065_Haus des Gastes

Konzept & Idee

Architektur

Das Gebäude ist an der nördlichen Grenze des Wettbewerbsgebiets positioniert und bildet den neuen Eingangspunkt zum Historisch Technischen Museum über die Hafenpromenade wie auch den Parkplatz. Aus dieser städtebaulichen Spannung, am Übergang zwischen Hafenpromenade und Historisch Technischem Museum, zieht der Neubau seine architektonische Sprache. Der Neubau schlägt eine Brücke zwischen Hafenpromenade, welche das Gebäude auf seiner Dachlandschaft erweitert, und dem rechtwinkligen Volumen der Industrieanlagen des Historisch Technischen Museums. Gleichzeitig öffnet er sich mit einem großen „Schaufenster zum Hafen“ und einem „zum Parkplatz“. Gäste die mit dem Auto ankommen werden in das Gebäude gezogen und erhalten unmittelbar einen großzügigen Blick auf das Hafenbecken von Penemünde. Der Neubau wird zum Bindeglied zwischen den Bestandsgebäuden des Areals. Er wird zum Ausguck, Informationspunkt und Kommunikator. Dabei bleibt der Sockel bodenständig und vermittelt durch seine Materialität aus Backstein zur Massivität des Museums. Der Aufbau, Bürgermeisterbüro und Rampe, ist dagegen leicht und transluzent, wie ein Leuchtturm und nimmt durch seine Struktur und Geometrie einen abstrakten Bezug zum alten Ladekran.

Programm

Im Erdgeschoss des „Haus des Gastes“ befindet sich die Touristeninformation welche sowohl von der Hafenpromenade als auch vom Parkplatzbereich erreicht wird. Über die Flächen der Touristeninformation ist eine Durchwegung des Gebäudes von Ost nach West möglich. Am Tresen kann der Besucher Eintrittskarten für das HTM kaufen oder Informationen über den Ort erhalten. Ein Teil der Touristeninformation dient als Ausstellungsfläche. An diese ist der Shopbereich angeschlossen. Dieser kann über mobile Faltwände für Abendveranstaltungen abgetrennt und verschlossen werden. Ebenfalls ist von der Touristeninformation der Veranstaltungsbereich und die Gäste-WCs zugänglich. Der Veranstaltungsbereich besitzt eine Raumhöhe von 5m und kann, falls gewünscht, direkt zum Außenbereich geöffnet werden. Weiterhin sind im Erdgeschoss die Nebenräume und Technik untergebracht. Diese befinden sich in den Bereichen mit geringerer Raumhöhe unterhalb der ersten Rampe der Dachlandschaft. Über eine großzügige Wendeltreppe, die Aufzugsanlage oder direkt von der ersten Dachterrassenebene gelangt der Besucher in die Bereiche im Obergeschoss. Das Obergeschoss ist über ein Luftgeschoss mit der Ausstellungs- /Shopfläche im EG verbunden. Hier befinden sich die Heimatstube, ein Wartebereich für das Bürgermeisterbüro, ein Pausen- /Teeküchenbereich und ein Mitarbeiterbüro. Die Heimatstube liegt entlang der westlichen Glasfassade und schließt nördlich an den Luftraum an. Besucher gelangen über die Wartezone in die Heimatstube, von wo sie einen großzügigen Ausblicke über das Hafenbecken und die Landschaft dahinter genießen können. Über eine weitere Treppe gelangt man von der Wartezone zum höher gelegenen Bürgermeisterbüro. Das Bürgermeisterbüro, welches einen eigenen Balkonbereich als Außenbereich besitzt, ist ebenfalls über den Aufzug barrierefrei zu erreichen. Das großzügig gestaltete Bürgermeisterbüro bietet auf Grund seiner höheren Lage einen spektakulären Blick über die Gemeinde Peenemünde und das HTM.

Materialkonzept

Die konzeptionelle Symbiose des „Haus des Gastes“ als Bindeglied zwischen Historisch Technischem Museum und Hafenpromenade wird auch in der gewählten Materialität der Gebäudeelemente widergespiegelt. So besteht der Sockelbereich des Gebäudes aus Backstein in Wand- und Dachfläche (Dachlandschaft) als Materialreferenz zu den Backsteingebäuden des HTM. Große Glasflächen öffnen den soliden Baukörper in Richtung Ost (Parkplatzbereich) und West (Hafenbecken) als „Schaufenster“. Besucherströme werden hier von beiden Seiten direkt in den öffentlichen Bereich des Innenraums gelenkt. Der Aufsatz des Backsteinsockels befindet sich am nördlichen Teil des Gebäudes und ist als letzter und höchster Teil der Dachlandschaft, eine leichte Stahlgitterkonstruktion, die als eine Art Leuchtturm gedeutet werden kann und ist in seiner Form eine abstrakte Referenz zu der historischen Krananlage. Die transparent und leicht wirkende Konstruktion besteht aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion, welche hinter einem perforierten Metallnetz vor Sonneneinstrahlung schützt. Die dahinter liegenden Büros sind über die gewählte Materialität der Außenhaut hell, modern und freundlich gestaltet und bieten weitreichende Blicke über Museum und die Gemeinde. Im Innenbereich bleibt die Materialität der beiden Baukörper weiterhin erkennbar. Die Backsteinoberflächen an Wand und Decke des Sockelkörpers stehen im Kontrast zu den weiß gestrichenen Wandflächen und Betondecken der Zwischenebene. Die großen Glasflächen sorgen für viel Tageslicht und weitreichende Ausblicke.

Projektdaten

Status: Wettbewerb / Verhandlugnsverfahren

Auftraggeber: Öffentlich

Jahr: 2019

Größe: 500m² BGF

Mitarbeiter & Kollaborationen

Marc Dufour-Feronce, Raimon Espasa, Lou Pelosoff, Andreas Reeg

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